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5 Goldene Regeln für ein glückliches Hundeleben

afghanischer Windhund Welpe
Schon Welpen benötigen von Anfang an klare Regeln damit Hund, Herrchen und Frauchen glücklich sein können.

Der Hund ist seit Jahrtausenden treuer Begleiter des Menschen. Allerdings hat sich seine Rolle in der modernen Zeit verändert. Aus dem Jagdbegleiter und Beschützer ist eher ein Freund und Familienmitglied geworden. Die besonderen Eigenschaften des Hundes wie z. B. seine Fähigkeit, Emotionen und den psychischen Zustand seines Besitzers zu erkennen und entsprechend Trost zu spenden, sind für viele Menschen ein Grund dafür, einen Hund zu halten. Eine harmonische Beziehung zu dem vierbeinigen Freund bei gleichzeitig artgerechter Haltung kann erreicht werden, wenn man ein paar einfache Regeln berücksichtigt.

Regel 1: Klare Kommunikation

Ein junger Hund (Welpe) hat eine ausgeprägte, schnelle Auffassungsgabe und Lernfreudigkeit. Nur so kann das Jungtier die Regeln des Rudels begreifen, und sein „Rudel“ ist in diesem Fall die menschliche Familie. Daher ist eine von Anfang an konsequente Hundeerziehung grundsätzlich erfolgreich. Alle Befehlsworte und Handlungen müssen dazu sehr klar und eindeutig sein. Der Hund muss seinen Rudelanführer, der zugleich seine wichtigste Bezugsperson ist, klar anerkennen. Man erreicht das z. B. dadurch, dass der Hundebesitzer das Tier stets zu gleichen Tageszeiten füttert, oder das „Gassigehen“ auf ganz bestimmte Strecken festlegt, wobei die Orte für das „große Geschäft“ definiert werden, und das Verhalten beim Überqueren einer Straße einstudiert wird. Belohnung und Bestrafung müssen unbedingt direkt nach einem Ereignis stattfinden, damit der Hund überhaupt eine Chance hat, den Zusammenhang zu erkennen. Die Sprache mit dem Tier muss einfach, kurz und prägnant sein, damit der Hund die einzelnen Befehlsworte erkennen und unterscheiden kann. Wir sollten wissen, dass der Hund dennoch unsere Emotionen, Mimik oder die Tonlage unserer Stimme sehr wohl zu unterscheiden vermag.

Regel 2: Der Hund braucht seine Privatsphäre

Ein Hund braucht unbedingt seinen eigenen Bereich in der Wohnung oder im Haus, wohin er sich jederzeit zurückziehen kann. Meistens ist das sein Schlafplatz ggf. nur im Korridor. Besonders wichtig ist dies in Familien mit Kindern, die den Hund als ständigen Spielkameraden betrachten. Und wenn sich das Tier dann tatsächlich mal zurückzieht, müssen wir das akzeptieren und den Hund wirklich in Ruhe lassen. Die Fress- und Trinkstelle soll jederzeit für das Tier zugänglich sein.

Regel 3: Wir beschäftigen uns mit dem Hund

In der Natur haben die Tiere ihre Beschäftigungsmöglichkeiten, können ihrem Bewegungsdrang jederzeit nachgehen oder neue eigene Erfahrungen machen. Genau das sollten die täglichen Spaziergänge dem Tier bieten. Das „Gassigehen“ darf also nicht nur der notwendigen Blasen- und Darmentleerung dienen, sondern auch der Reviererkundung und der Teilhabe am sozialen Hundeleben. Mindestens zwei Spaziergänge am Tag wären gut für das Tier. Wer den Tag so nicht organisieren kann, sollte sich dann aber die Zeit für einen ausgedehnten Rundgang nehmen und an den für den Hund besonders interessanten Ecken auch länger verweilen.

Regel 4: Aufmerksamkeit für das Tier

Hunde sind als soziale Wesen sehr angewiesen auf Kommunikation. Auch wenn man müde und abgespannt ist, darf man seine schlechte Stimmung nicht am Hund auslassen. Beispielsweise ist ein bestimmtes Begrüßungsritual bei der Ankunft zu Hause sehr wichtig für das Tier. Wenn der Hundehalter z. B. sein Tier wegen schlechter Laune ignoriert, interpretiert der Hund den Liebesentzug als seinen eigenen Fehler. Natürlich kann man seinem Hund beizubringen, dass auch Herrchen erst einmal eine Zeit Ruhe braucht, bevor es auf Tour geht. Die Signale, die man aussendet, müssen eindeutig und auf keinen Fall ungerecht dem Tier gegenüber sein. Der Hund muss immer wissen, dass er auf jeden Fall noch auf seine Kosten kommt. Selbstverständlich darf man seinem Hund darüber berichten, wie ungerecht doch die Welt ist, aber bitte streicheln Sie ihn dabei, denn kompliziert aneinandergereihte Phrasen spielen für das Tier eine eher untergeordnete Rolle, das ist eine Haltung, die wir noch von den Tieren lernen müssen.

Regel 5: Zugehörigkeiten

Der Hund soll und will auch lernen, wer da alles zum Rudel dazugehört und welcher Rang jedem Einzelnen zukommt. Gemeint sind alle Familienmitglieder, aber auch die Verwandten und Freunde der Familie bis hin zum Postboten. Alle diese Personen haben das Recht, in gewissen Grenzen mit dem Tier zu kommunizieren, es zu streicheln, auch liebevoll zu bolzen. Allein jedem beliebigen Fremden auf der Straße sollte dieses Recht so nicht eingeräumt werden.

Natürlich soll es ein Hund erdulden können, von einem Fremden berührt zu werden, ohne gleich zuzubeißen, das ist allein schon beim Tierarzt erforderlich, aber es soll unter wohlwollender Bewilligung durch den Tierhalter geschehen. Ein Hund ist kein Spielzeug, und wie ein Mensch mag auch er nicht von jedem „betatscht“ werden. Es ist nicht sinnvoll, wenn ein Hund jeden Fremden als Spielkameraden betrachtet.

Dem Besitzer eines intelligenten Tieres soll bewusst sein, dass unser eigenes Fehlverhalten meistens für die „schlechten Charakterzüge“ unseres Hundes verantwortlich ist. Im Laufe der Jahre wird ein Hund zu unserem Spiegelbild, und es liegt nur an uns, wie wir dabei herüberkommen wollen.