Hundeerziehung…

„Nächst Woche gehen wir in die Hundeschule, wenn es dann nicht besser wird muss er wieder weg“. So in etwa können Gedanken oder Diskussionen schon kurze Zeit nach der Anschaffung eines vierbeinigen Begleiters klingen. Damit Ihnen solch Gedanken erspart bleiben, wollen wir versuchen mit vorliegendem Text, einige wichtige Fragen für ein harmonisches Zusammenleben zu beantworten.

Wann soll mit der Erziehung begonnen werden ?

Zur Recherche gab ich einfach mal Hundetraining bei einem großen Onlineportal für Bücher, in die Suchleiste ein. Zu meiner Überraschung waren es doch wesentlich weniger Bücher als ich annahm.
Doch auch rund 23000 Bücher können einen neuen Hundebesitzer oder Welpenkäufer in spe etwas überfordern. Zumal hinzu kommen wird, dass jeder Autor von und für sich behaupten wird, die einzige, richtige und effektivste Methode gefunden zu haben und Ihnen anbieten zu können. Der richtige Zeitpunkt für die Erziehung ist immer sofort! Sie sollten jedoch zuerst auf den Kauf unzähliger Bücher verzichten und stattdessen verschieden Blickwinkel einnehmen. Üblicherweise wird immer noch Autorität und Führungsrolle des Menschen angenommen beziehungsweise vorausgesetzt. Es ist schon ein wenig verwunderlich, dass bei der Erziehung von Kindern und Jugendlichen, immer mehr Freiräume, Toleranz und ein sanftes Lenken der Elternteile bevorzugt wird, während für die Hundeerziehung immer noch Knüppel, Würger, Elektro/ Luftsprühhalsbender, Anschreien und Unterdrückung zum Einsatz kommt. Natürlich braucht ein Hund Führung und Grenzen! Hat Ihnen ihr Fahrlehrer während der ersten Fahrstunden, die Stvo ins Gesicht geschlagen weil Sie ein Einfahrt verboten Verkehrsschild übersehen haben? Vermutlich nicht. Versuchen Sie einmal den Blickwinkel, mein Hund mein Partner, einzunehmen. Aus diesem Blickwinkel können sehr viele grundlegende Frage leicht beantwortet werden.

Was Hänschen Hund nicht lernt….!

Wenn der Welpe zu Ihnen nach Hause kommt, sind Sie sein Held! In diesem Moment gilt es bereits, dies für sich zu nutzen. Der Welpe folgt Ihnen auf Schritt und Tritt, ist immer in Ihrer Nähe und beobachtet alles. Füttern Sie den Welpen in den ersten 9 Wochen aus der Hand und nicht aus dem Napf. Laufen Sie mit dem Futter in der Hand umher und Pfeifen Sie dabei. Immer wenn der Welpe bei Ihnen ist lassen Sie ihn 2-3 Stücken Futter fressen, dann laufen Sie weiter. Auch Ihre Partner oder Kinder sollten daran teilnehmen. Erst Pfeifen Sie, der Hund kommt wird mit 2-3 Stücken aus der Hand belohnt, dann Pfeift Ihr Partner oder Kind und der Hund bekommt die nächsten 2 Stücken bis seine Ration am Morgen, Mittag oder Abend aufgebraucht ist. Hier lernt der Hund sofort und unmittelbar ohne Kommandos et cetera, Pfeifen heißt zu meinen Leuten kommen und bringt Futter. Dafür ist weder Führleine, an welcher der Hund etwa heran gezogen wird, oder ein Klicker nötig.

Schaffen Sie Vertrauen und eine feste Bindung!

Die ersten 10 Wochen des Welpen bei Ihnen zu Hause sind entscheidend für Ihr künftiges Zusammenleben. Hier sollten Sie wie seine Mutter in dessen ersten acht Wochen agieren. Vertrauen, Sicherheit, Futter, Grenzen ziehen durch Reglementierung. Diese Reglementierung muss jedoch an die Situation angepasst sein. Hierzu ist es wichtig, dass Ihre Wörter für den Hund eine Bedeutung haben. Ja muss ja bedeuten und Nein nein. Auch die entsprechende Tonlage muss an Ja und Nein angepasst sein. Sie können sicher sein, dass Ihr Hund ein freundliches Ja und ein unfreundliches Nein verstehen wird. Lassen Sie Ihren Vierbeiner nicht in ungeklärten Situationen hängen! Das heißt, bestätigen Sie immer gewünschtes oder verändertes Verhalten positiv, mit Belohnung oder freundlichem Ja. Damit können Sie in den ersten Tagen gut arbeiten und binden den Hund fest an sich. Auch mit im Bett schlafen lassen schafft eine feste Bindung, ist jedoch nicht das wichtigste Element. Im Haus oder der Wohnung sollten Sie den Hund nicht spielen lassen. Keine Bälle jagen, Zerrspiele oder ähnliches. Ihr Hund soll sich an Ruhe im Haus gewöhnen, lediglich Futter und schmusen. Bedenken Sie, sollten Sie diese Spiele dem Hund in Haus oder Wohnung gestatten,dürfen Sie nicht böse sein, wenn er diese auch allein mit Schuhen oder Fernbedienung spielt.
Sind diese Grundsteine aus Herankommen, Ja und Nein einmal gelegt, können Sie sich für weiterführende Literatur oder Hundeschulen entscheiden. Eine sinnvolle Beschäftigung aus Suchen und Apportieren ist auf Grund der einmaligen Nase des Hundes zu bevorzugen. Blindes und stupides Ball hetzen fördert oder fordert den Hund nicht.

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