Hunde haben immer den richtigen Riecher

Jeder kennt die Redewendung „eine Nasenlänge voraus sein“. Für Hundebesitzer hat sie jedoch oftmals eine ganz andere Bedeutung.
Die Informationsverarbeitung der Sinne funktioniert bei allen Säugetieren ähnlich. Eindrücke werden über das Nervensystem ans Gehirn weitergeleitet, was wiederrum eine hormonelle Reaktion hervorruft und für die Entstehung von Gefühlen und Triebverhalten verantwortlich ist.
Jedoch hat der Hund gegenüber Herrchen und Frauchen definitiv die Nase vorne.

Wunderwerkzeug Schnüffelnase

Unsere treuen Freunde gehören somit zu den Makrosmatikern. Das ist die Bezeichnung für Lebewesen, bei denen der Geruchssinn außergewöhnlich gut entwickelt ist. Die größere Nasenschleimhaut lässt keinen Duftstoff unbemerkt und zusätzlich „schmecken“ unsere vierbeinigen Freunde Gerüche über das Jacobsonsche Organ in der Mundhöhle. So erkennt der Hund die Sexualduftstoffe seines Gegenübers und in welchem Gemütszustand dieser ist. Des Weiteren genügt dem Tier ein Kontakt von wenigen Sekunden um einen Geruch einzuordnen, zu differenzieren oder ihm zu folgen – dies gilt selbst für sehr alte Fährten. Somit kann die empfindliche Nase gezielt eingesetzt werden, um gewisse Stoffe zu entdecken, die auch bei geringen Duftkonzentrationen erfolgreicher ist als technische Geräte.

Welche Rasse hat die Nase vorne?

Hunde haben einen besseren Geruchssinn als wir Menschen. Dieser Umstand ist keine neue Erkenntnis. Weniger vertraut sind die meisten mit der wissenschaftlich belegten Tatsache, dass verschiedene Hunderassen unterschiedlich gut riechen können. Vor allem Rassen mit platten Gesichtern sind hierbei eher benachteiligt. Bulldogenarten oder Möpse erschnüffeln aufgrund ihrer Anatomie deutlich weniger als andere Artgenossen. In der Knochenleiste der Nase haben die Geruchszellen ihren angestammten Platz. Vereinfacht ausgedrückt heißt das, desto länger und breiter die Nase, desto ausgeprägter ist der Geruchssinn. Die Gruppen der Fährtenhunde und Schweißhunde sind mit einer besonders feinen Hundenase ausgestattet. Mit seinen 300 Millionen Geruchsrezeptoren ist der Bloodhound das non-plus-ultra unter den Spürhunden. Selbst nach einigen Tagen kann er vertrocknete Blutspuren mit absoluter Sicherheit folgen. Die Nase des Hundes kann ebenso die Spur von Hautteilchen aufnehmen, die wir Menschen zwangsläufig hinterlassen. Daher sind Hunde, zum Beispiel Schäferhunde mit ihren 225 Millionen Riechrezeptoren, eine wahre Wunderwaffe beim Aufstöbern von Verbrechern. Auch die Größe des Hundes spielt keine unwesentliche Rolle, da in kleineren Schnauzen natürlich nicht so viele Riechzellen Platz finden, wie in großen Hundenasen. So hat ein Fox Terrier etwa 147 Millionen und ein Dackel im Schnitt 125 Millionen Geruchsrezeptoren.
Wie man erkennen kann, liegen wir Menschen mit gerade mal 5 Millionen Riechzellen weit hinter unseren besten Freunden, die uns somit mehr als nur eine Nasenlänge voraus sind.

Wie riechst du heute?

Nicht umsonst wird der Hund als sozialer Weggefährte mehr geschätzt, als jedes andere Tier. Wir Menschen behaupten oft, er hätte einen sechsten Sinn, mit dem er Ereignisse vorausahnen und Gemütszustände erspüren könnte. Doch liegt es tatsächlich an ihrem einmaligen Geruchssinn, dass Hunde die Fähigkeit besitzen, das Wohlbefinden ihres Halters zu bemerken oder sogar Krankheiten und Anfälle „zu erahnen“. Denn je nach Emotionslage setzen wir biochemische Prozesse im Körper frei und produzieren somit bestimmte Geruchsstoffe. Menschen ist die Wahrnehmung dieser Veränderung nicht möglich, ein Hund jedoch kann erschnüffeln ob wir bekümmert, gestresst, freudig, glücklich, fahrig oder innerlich ruhig sind.
Diese aus uns herausquellenden Duftstoffe ermöglichen uns also die Ausbildung von Helden auf vier Pfoten. Abgesehen von speziell abgerichteten Signalhunden, die für Diabetiker und Epileptiker im Einsatz sind, gibt es sogar Vierbeiner, die Krebs wittern können. Die Trefferquote bei Brustkrebs ist bei Hunden mit 88 % höher als bei der Mammografie und bei Lungenkrebs sind sie zu 99 % zuverlässig.

Unsere Hunde sind somit nicht nur unsere besten Freunde, sondern auch unvergleichliche Werkzeuge, Verbrechensbekämpfer, Seelentröster und Lebensretter.

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