Therapiehunde – Möglichkeiten einer tiergestützten Therapie

Treue, bedingungslose Liebe, manchmal auch Trost – das sind wohl die Eigenschaften, die wir unseren Vierbeinern, den Hunden am ehesten zuschreiben. Dass Hunde aber noch viel mehr können, als nur Haustier zu sein ist inzwischen bewiesen. Sie retten Menschen aus Lawinen, dienen als Hüte- oder Polizeihunde. Eine weitere Sparte ihrer Tätigkeit erfreut sich ebenfalls großer Beliebtheit – der Therapiehund bzw. tiergestützte Therapie. Was so ein Hund den ganzen Tag treibt, für wen er geeignet ist und noch vieles mehr, klären wir in diesem Beitrag.

Was bedeutet tiergestützte Therapie?
Die Therapie mit Tieren wurde bereits im 18. Jahrhundert praktiziert. Besonderen Anklang fand sie zur damaligen Zeit besonders in angelsächsischen Ländern. Zunächst fand die Therapie mit Hunden vorzugsweise im psychiatrischen Bereich statt. Therapiehunde können gleichermaßen als Assistenzhunde ausgebildet werden. Die Hunde mit diesem Hintergrund helfen in der Regel Menschen mit einer schweren Behinderung. Sie dienen aber nicht dem therapeutischen Zweck. Vorzugsweise sind sie darauf geschult Sachen aufzuheben oder zu bringen, etc. Sie machen also alles, was ein Mensch im Rollstuhl nicht kann. Therapiehunde haben nicht zwingend immer die Ausbildung für die Rolle eines Begleithundes genossen.

TherapiehundeDie tiergestützte Therapie stützt sich auf die Annahme und Beobachtung, dass Tiere eine positive Ausstrahlung auf Menschen haben. Darauf beziehend werden die Hunde für den Einsatz psychisch kranker, aber auch für körperbehinderter Personen geschult. Ziel ist es, den betroffenen Menschen mithilfe eines Therapiehundes positive Assosationen zu vermitteln. Damit sollen psychische und körperliche Leiden gelindert und Verhaltensweisen, aber auch die Wahrnehmung der eigenen Umwelt, verbessert werden. Außerdem werden die Hunde auch auf dem Gebiet der tiergestützten Pädagogik eingesetzt. Auf diese Weise helfen sie unter Umtständen also nicht nur einer Einzelperson, sondern eventuell sogar einer ganzen Gruppe. Ein weiteres Aufgabengebiet eröffnet sich für den Therapiehund im Besuchsdienst. Dies kommt vor allem älteren Menschen zugute, die sich manchmal einsam fühlen. Der Hund hat hier allerdings weniger den Posten eines Therapiehundes. Hauptsächlich soll er in einem solchen Fall mehr die zwischenmenschlichen Bedürfnisse nach Nähe und Wärme befriedigen.

Wo wird der Therapiehund eingesetzt?
Die tiergestützte Therapie wird überwiegend in den Berufsgruppen mit therapeutischen Hintergrund eingesetzt.

Hierzu zählen :

  • Kranken- und Altenpflege
  • Krankengymnastik
  • Arztpraxen
  • Kindergärten
  • Ergotherapie
  • Sozialarbeit
  • Psychotherapie

Ansonsten wird ein Therapiehund gerne in Familien vermittelt, die ein Kind mit einer autistischen Erkrankung oder mit ADHS haben. Umfassend kann man sagen, dass die Therapie mit Hunden Geborgenheit und Wohlbefinden auslöst. Sie eignen sich außerdem bestens als „Therapeut“, weil sie nur zuhören und den Menschen nicht nach seinem Handeln und seinen Fähigkeiten bewerten. Der Mensch erfährt auf diesem Weg eine Akzeptanz, wie sie unter Menschen wohl kaum möglich wäre. Hunde sind außerdem wahre Muntermacher und helfen depressiven Menschen aus ihrer Lethargie heraus. Sie verhelfen einfach zu mehr Glück und Zufriedenheit.

Welche Arten von Therapiehunden bzw. welche Therapietypen gibt es? Die tiergestützte Therapie ist in drei Arten unterteilt:

  • tiergestützte Therapie (Animal Assisted Therapy = AAT)
  • tiergestütze Aktivitäten (Animal Assisted Activities = AAA)
  • tiergestütze Pädagogik (Animal Assisted Pedagogy = AAP)

In Verbindung mit den einzelnen Therapieformen finden zwei unterschiedliche Typen der Hundeart Anwendung. Die tiergestützte Therapie richtet sich an Menschen mit einer bestimmten Erkrankung. Die Zielsetzung ist auf die Verbesserung des Patienten im sozialen, physischen und psychischen Bereich. Je nach Erkrankung ist entweder ein aktiver oder ein reaktiver Therapiehund gefordert. Der aktive Hund soll den Patienten fordern. Er animiert zur Bewegung und zum Spielen. Den reaktiven Hund zeichnen eher ruhige Eigenschaften aus. Er ist somit eher darauf geschult, menschlichen Regungen in liebevoller Weise zu begegnen und Menschen zu beruhigen oder zu trösten. In den meisten Fällen wird der aktive Hund in der tiergestützten Therapie dem reaktiven Therapietier allerdings vorgezogen.

Tiergestützte Aktivitäten
Bei der tiergestützten Aktivitätentherapie ist der Einsatz von aktiven und reaktiven Hunden denkbar. Diese Therapieform beschreibt in erster Linie das Besuchen von Menschen. Voraussetzung ist natürlich der absolute Gehorsam und Freundlichkeit des Hundes. Dies sollte sowieso immer gegeben sein. Bei den tiergestützten Aktivitäten wird auf eine Interaktion zwischen Mensch und Tier gesetzt. Da diese aber nicht zwingend erfolgen muss, spricht man entweder von einer aktiven oder passiven Form der Therapie.

Tiergestützte Pädagogik
Die tiergestützte Pädagogik wird in der Regel eingesetzt, um Kindern mit einer Lernbehinderung oder generell verhaltensauffälligen Kindern zu helfen.

Diese Hunde eignen sich am besten für therapeutische Zwecke
Je nach Therapieform ist es entweder sinnvoll kleine oder große Hunde zu wählen. Ein kleiner Hund wird niemals große Lasten tragen können. Der Einsatz in einem Heim ist andererseits durchaus zuträglich für ihn. Er kann gut auf den Arm genommen werden oder auch mal auf ein Bett springen. Das lässt eine noch größere Nähe zwischen ihm und den Patienten zu. An Schulen ist ein etwas größerer Hund besser geeignet. Er flößt den teils jugendlichen Kindern genügend Respekt ein und wird als echter Freund angesehen. Trotzdem gilt jeder einzelne Patient braucht einen auf ihn zugeschnittenen Hund. Da kann die Größe schon mal variieren.

Welpe oder ausgewachsener Hund?
Allgemein passt hier schon das Sprichwort „Früh übt sich, was ein Meister werden will“. Deshalb taugt ein Welpe für die Ausbildung zum Therapiehund sicherlich am besten. Andererseits hat es sich in der Vergangenheit schon häufig gezeigt, dass auch Hunde in einem fortgeschritten Alter der Eignung eines Therapiehundes entsprechen. Voraussetzung für alle Hunde ist natürlich immer ein ruhiges Wesen und die passenden Charaktereigenschaften.

Welche Rasse soll es sein?
Sehr beliebt sind Golden Retriever und Labradore. Aber auch der Bearded Collie und der Havaneser sind gut für die Ausbildung zum Therapiehund geeignet.Natürlich sind viele weitere Hunde einsetzbar. Familien, – Gesellschaft, – oder Begleithunde haben beste Voraussetzungen, wenn sie die richtigen Eigenschaften mitbringen. Ob kurz oder langhaarig spielt eine kleine, untergeordnete Rolle. Hier sollte sich jeder den Hund wählen, der den eigenen Vorlieben genüge tut. Der wichtigste Punkt bei der Auswahl liegt auf der Bindung, zwischen dem Tier und seinem zukünftigen Halter, die auf Anhieb entsteht oder eben nicht. Eine besonnene Auswahl ist aus diesem Grund von großer und wichtiger Bedeutung.

Wie wird ein Therapiehund ausgebildet?
Ein Hund mit zukünftiger Therapieabsicht wird meist von bereits ausgebildeten Hunden angelernt. Im fachmännischen Jargon nennt man das auch Tradieren. Die Ausbildung in einem dafür ausgerichteten Schulungsort bringt dem Hund daneben noch etwaige Belastungssituationen näher. So lernt er, mit Stresssituationen gelassen umzugehen und gehorsam auf seinen zukünftigen Halter zu hören. Zu der Ausbildung gehört weiterhin, vorhandene Fähigkeiten geschickt auszubauen, die Zusammenarbeit mit körperlich behinderten Menschen (angemessenes Tempo, etc.). Einrichtungsbesuche gehören ebenfalls in den Plan der Ausbildung.

Neben dem Therapiehund muss sich natürlich auch sein zukünftiger Halter einer Ausbildung unterziehen. Schließlich will er den Hund ja zu Therapiezwecken einsetzen. Für den Halter stehen in der Ausbildung Dinge, wie Rassekunde, Entwicklungsphasen, Signale eines Hundes, Kommunikation und Erkrankungen auf dem Plan. Die Vorrausetzung für den Hundeführer ist außerdem dass er in einem sozialen oder einem pädagogischen Beruf arbeitet. Nur dann darf er einen Hund für Therapiezwecke nutzen.

Weitere Voraussetzung für die Arbeit mit einem Therapiehund
Die Arbeitszeit eines Therapiehundes darf täglich nicht länger sein als 45 Minuten. Wöchentlich darf er höchstens dreimal eingesetzt werden. Die Bestimmungen variieren jedoch je nach Ort und Begebenheit. Außerdem muss ein Therapiehund gesund sein und bedarf einer vierteljährlichen Entwurmung. Die Hunde dürfen zudem nicht an ihrem Wirkungsort (z. B. Altenheim) gehalten werden.

Sind Therapiehunde zufrieden mit ihrem Leben?
Therapiehunde sind natürlich rund um die Uhr beschäftigt. Andere Hunde, die nicht so eine interessante Tätigkeit haben verfallen schnell in Langeweile. Und obwohl der Therapie – oder auch der Begleithund – so sehr gefordert ist, kann man umfassend sagen, dass sie mit ihrer Berufung in den allermeisten Fällen rundum zufrieden zu sein scheinen. Dies könnte vielleicht auch unter dem Aspekt, dass sie sehr eng mit lieben Menschen zusammenarbeiten, einleuchtend sein. Therapiehunde führen deshalb wohl ein glückliches Hundeleben.

Ein Gedanke zu „Therapiehunde – Möglichkeiten einer tiergestützten Therapie“

  1. Schönen guten Tag,
    ich hätte gerne einen Telefonkontakt, um mich über den Einsatz eines (reaktiven) Therapiehundes in der Psychotherapie zu informieren.
    Über eine Telofonnummer würde ich mich freuen
    herzlichen Gruß
    Heike Kilian

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