23. November 2020
Hundewelpe beim spielen

Hunde und Welpen online kaufen: Was Sie beachten sollten

Seit einigen Jahren beobachten wir, dass zunehmend Geschäfte über das Internet getätigt werden. Das trifft inzwischen auch auf den Handel mit Haustieren zu. Doch wer sich auf diesem Wege einen Welpen oder erwachsenen Hund anschaffen möchte, sollte auf einiges achten, um nicht Opfer einer Betrugsmasche zu werden. Lesen Sie hier, wie ein sauberer Online-Handel aussieht und woran Sie kriminelle Machenschaften erkennen.

Haustier Verkäufe über Online-Anzeigen
Beim Gedanken an eine Online-Transaktion kommen vielen Zweifel. Vor allem, wenn es um den Erwerb eines Lebewesens geht. Denn die Internet-Kriminalität macht auch vor wehrlosen Haustieren nicht halt. Doch es gibt durchaus Händler, welchen das Wohl der Tiere und die Zufriedenheit ihrer Kunden ebenso am Herzen liegen wie das gute Geschäft. Die folgende Liste zeigt Ihnen eine Reihe von Punkten und Merkmalen, die auf ein vertrauenswürdiges Angebot hinweisen:

  1. Angaben des Inserenten: Seriöse Anbieter verfassen eine ordentliche Titelüberschrift sowie einen aussagekräftigen und gut lesbaren Anzeigetext. Er enthält üblicherweise folgende Daten: Herkunft, Eigenschaften und Wesen des zu verkaufenden Hundes oder Welpen. Außerdem finden Sie dort alle Kontaktdaten des Händlers, die für eine saubere Transaktion notwendig sind.
  2. Ein hochwertiges Foto: Der Hund oder Welpe sollte auf dem Bild gut erkennbar sein. Vergleichen Sie unbedingt die Beschreibung des Tieres mit dem Foto. Text-Angaben und Rasse müssen miteinander übereinstimmen.
  3. Ein Vorab-Besuch vor Ort wird ermöglicht: Diese Option bezeugt, dass Sie es mit einem vertrauenswürdigen Hundeverkäufer zu tun haben. Denn er gibt Ihnen die Möglichkeit, Ihren neuen Hausgenossen in Augenschein zu nehmen und vielleicht schon ein- oder mehrere Male mit ihn spazieren zu gehen, damit Sie ihn kennenlernen.

Online-Inserate von Züchtern
Seriöse Züchter wissen, dass Welpen besondere Bedingungen brauchen. Schließlich hat so ein Hundebaby sein gesamtes Leben noch vor sich. Deshalb ist jeder daran interessiert, dass ihm von Anfang an gute Lebensbedingungen geschaffen werden. Viele Züchter zeigen ihren Interessenten deshalb nicht nur die Welpen selbst, sondern auch deren Mutter. Oft werden mehrere Besuchstermine vereinbart, bevor es zum Abschluss einer Transaktion und der persönlichen Übergabe kommt.

Es gibt noch eine andere akzeptable Variante. Der Züchter veröffentlicht über das Internet eine detaillierte Erklärung mit Fotos. Dieser können Sie entnehmen, in welchen Verhältnissen die jungen Hunde aufgezogen wurden. Außerdem bietet er Ihnen die Möglichkeit, jeder Zeit Kontakt mit ihm aufzunehmen, oder er tut es selbst. Denn Ihm liegt sehr daran zu wissen, unter welchen familiären und häuslichen Bedingungen der kleine Hund heranwachsen wird.

Vorsicht Abzocke!
Leider gibt es auch die andere Seite der Medaille. Kriminelle nutzen die Möglichkeit des Online-Handels allzu gern für betrügerische Machenschaften. Besonders groß ist die Gefahr im Kleinanzeigen-Bereich gängiger Anzeigenportale. Interessenten wird daher empfohlen, sich besonders eingehend mit den Inhalten bundesweiter oder lokaler Privatanzeigen zu beschäftigen. Sind diese von folgenden Merkmalen geprägt, ist Vorsicht geboten:

  1. Die Anzeige wird unter der Überschrift „zu verschenken“ geschaltet, oder die Tiere werden zu Schnäppchenpreisen angeboten.
  2. Die im Abschnitt „Haustierverkäufe über Online-Anzeigen“ aufgezeigten Angaben fehlen oder sind nur teilweise vorhanden.
  3. Es ist kein Foto dabei, oder die im Anzeigetext gemachten Angaben über die Hunderasse stimmen nicht mit dem Bild überein.
  4. Inserenten fordern das Geld per Vorkasse an.
  5. Der Kaufpreis enthält die Erstattung von Aufwand oder Fahrkosten.
  6. Die Anzeige erscheint mehrmals und auf unterschiedlichen Portalen.
  7. Wichtige Papiere wie EU-Heimtierausweis, Impfausweis und Kaufvertrag werden nicht zur Verfügung gestellt bzw. ausgehändigt.
    Derartige Kleinanzeigen werden aus verschiedenen Beweggründen aufgegeben. Einer der Gründe könnte zum Beispiel aus der Tatsache bestehen, dass der angepriesene Hund oder Welpe gar nicht existiert.
    Interessenten, welche auf solch eine Anzeige hereingefallen sind und per Vorkasse bezahlt haben, warten vergeblich auf die Anlieferung Ihres Vierbeiners. Somit sind sie doppelt geschädigt. Erstens wurden sie ihres Geldes beraubt. Zweitens haben sie sich umsonst auf ihren Hund oder Welpen gefreut. Leider passiert das vielen, die dazu neigen, voreilige Käufe zu tätigen, ohne das Angebot vorher geprüft zu haben.

Zu den kriminellen Handlungen gehört ebenfalls der Verkauf kranker Hunde oder Welpen. Darunter sind auch solche, die ihrer Mutter viel zu früh entrissen wurden. Meist kommen sie aus Tier-unwürdigen Verhältnissen. Beim Transport verhält es sich nicht anders. Viele Welpen, die es trotz der Strapazen schaffen, sterben ihrem neuen Besitzer binnen kurzer Zeit unter den Händen weg. Denn sie sind noch nicht widerstandsfähig genug.

Weitere Tipps und Empfehlungen
Ausnahmen bestimmen die Regel! Diese Aussage kann beim Online-Haustier-Handel ebenso zutreffend sein wie in vielen anderen Lebenssituationen. Denn nicht jede Anzeige die Fehler enthält oder unvollständig ist, erweist sich als unseriös. Mit den folgenden kleinen Tricks können Sie ergründen, ob der Händler, von dem Sie Ihren Hund oder Welpen erwerben möchten, mit Ihnen ein sauberes Geschäft abschließen- oder Sie betrügen will:

  1. Prüfen Sie, ob wenigstens die Möglichkeit einer Kontaktaufnahme besteht.
  2. Nehmen Sie schnellstmöglich Kontakt mit dem Händler auf.
  3. Schätzen Sie für sich selbst ab, wie kompliziert oder unkompliziert sich der erste Weg zur Kontaktperson gestaltet hat.
  4. Beobachten Sie bereits während des ersten Gesprächs den Verlauf. Versucht der Händler, Sie zum Kauf zu drängen oder nicht? Hinweis: Seriöse Verkäufer lassen alles in Ruhe angehen. Denn ihnen ist daran gelegen, dass seine Kunden zufrieden sind und sich gut beraten fühlen. Falls Sie auf die Anzeige eines Anbieters reagieren, der Tiere verschenkt, zögern Sie nicht, ihm die Warum-Frage zu stellen.
  5. Versuchen Sie, zeitnah einen Besuchstermin zu vereinbaren.
  6. Prüfen Sie die Verhältnisse vor Ort.
  7. Stellen Sie Bedingungen. Zum Beispiel die Beschaffung einer Möglichkeit, Ihren künftigen vierbeinigen Hausgenossen ein bisschen kennenzulernen. Es ist wichtig feststellen zu können, ob Mensch und Tier zueinander passen.
  8. Vereinbaren Sie mehrere Besuchstermine, bevor Sie den Handel besiegeln.
  9. Bestehen Sie unbedingt auf die im Abschnitt „Haustierhandel über Online-Anzeigen erwähnten Papiere. Sehen Sie diese gründlich ein, um zu ergründen, ob- und welche Impfungen bereits stattgefunden haben. Beobachten Sie das Verhalten des Hundes oder Welpen, um eventuelle Ungewöhnlichkeiten festzustellen. Nehmen Sie ihn keinesfalls ungeimpft oder mit irgendwelchen Krankheitssymptomen zu sich.
  10. Achten Sie auf den Preis! Dieser bewegt sich bei Rassehunden üblicherweise nicht unter 600 Euro. Tierheime und Tierschutzvereine geben ihre Schützlinge gegen eine Vermittlungsgebühr ab. Über dessen Höhe können Sie sich im jeweiligen Tierheim oder Tierschutzverein informieren.

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